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Die „lange romantische Kristallnacht“ am 9.11.2013

4 Nov

Heute morgen habe ich via @AUNTanny auf Twitter entdeckt, dass der Kristall Sauna-Wellnesspark mit Soletherme in Bad Klosterlausnitz just am 9.11.2013, also auf den Tag genau 75 Jahre nach der (Reichs-)Kristallnacht und den Novemberprogromen von 1938, eine „lange romantische Kristall-Nacht“ veranstalten wollte. Ich konnte das kaum glauben und habe dementsprechend getwittert:

mit Snapshot von der Webseite:

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Das Kristallbad Bad Klosterlausnitz hat diese Geschmacklosigkeit wohl auch morgens schnell bemerkt und das Event schnell in „lange romantische Nacht“ umbenannt. Ich glaube nicht, dass hier ursprünglich Absicht vorlag, sondern vermutlich „nur“ fehlendes Geschichtsbewusstsein (schlimm genug).

Was mich eigentlich mehr schockiert hat, waren dann folgende Rückmeldungen via Twitter:

„künstliche Aufregung !!!“

„Nun, die heißen ja auch Kristallbad. Darüber kann man sich nur empören, wenn man es aus dem Zusammenhang reißt.“,

„Sorry seh da kein Problem, bei aller Liebe.“

„Was für ein Quatsch! Vll sollte man auch „Reiseführer“ umbenennen !“

Diese Leute finden es also absolut unproblematisch, wenn am 75. Jahrestag der (Reichs-)Kristallnacht – parallel zu den entsprechenden Gedenkfeiern – eine Therme eine „lange romantische Kristallnacht“ abhält. Mir fehlen da die Worte für soviel Abgestumpftheit (um das noch wohlwollend zu interpretieren)……

Was ist ein Mietmaul?

13 Sep

Meine neuen Freunde aus der Solarbranche fragen sich, ob ich ein „Mietmaul“ bin, z. B. hat Franz Alt das hier auf seiner Seite publiziert oder meine Kollegin Claudia Kemfert fragt sich das hier per Retweet bei Twitter und viele andere haben das auch retweetet.

Ich bin bei keiner Redneragentur gelistet (zumindest weiß ich nichts davon) und werde auch von keiner Redneragentur vermarktet. Es ist also nicht so einfach, mein „Maul“ zu mieten.

Bei zahlreichen Redneragenturen gelistet und von diesen vermarktet werden aber Claudia Kemfert (Auswahl hier, hier, hier) und Franz Alt (Auswahl hier, hier, hier).

Ich habe gar nichts dagegen. Ich finde es aber irgendwie witzig.

PS: Dass ich entgegen einiger Vermutungen nicht für meine Äußerungen oder gar Meinung zum EEG von der INSM bezahlt wurde oder werde, habe ich ja schon hier dargelegt. Und zu den Vor- und Nachteilen des Quotenmodells äußere ich mich am Wochenende ausführlich, heute lag zu viel Anderes an.

Schornsteinfeger spielen wohl immer noch Monopoly

28 Mai

Gunnar Sohn hat einen guten Eintrag dazu, dass der Wettbewerb bei Schornsteinfegern nur langsam in Gang kommt. Zum Glück sind die Verbraucherzentralen da aber auch schon aktiv bei der Aufklärung.

Ich sag mal

Eher Glückspilz als Glücksbringer

Das Kaminkehrermonopol ist bekanntlich zum 1. Januar gefallen. Als Kunde (also Hauseigentümer oder Hausbesitzer) kann ich jetzt selbst entscheiden, wer bei mir die gesetzlich vorgeschriebenen Aufgaben bei der Überprüfung meiner Heizungsanlage vornimmt.

„Bisher mussten Hausbesitzer denjenigen schwarzen Mann ins Haus lassen, den das Amt für sie bestellt hatte: denn seit 77 Jahren hat die Regierung mit der Aufteilung der Kehrbezirke den Schornsteinfegern ihre Kundschaft förmlich zugeschanzt. 8000 registrierte Bezirksmeister teilten das Bundesgebiet unter sich auf“, so die FAZ. Das entsprach in den Augen der Europäischen Union nicht den Regeln eines freizügigen Marktes, weswegen sie der Bundesrepublik diese Praxis untersagte.

So sieht jedenfalls die Theorie aus.

Der „bevollmächtigte Bezirksschornsteinfeger“ für Bonn-Duisdorf agiert aber nach wie vor so, wie in den Jahrzehnten davor. Im Briefkasten findet sich eine Benachrichtigungskarte mit einem Termin(Vorschlag) – mehr nicht. So stand der Mann vor meiner Tür und wollte die Prüfung meiner Gas-Heizung vornehmen. Länger als…

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Hurra, Hurra, der Edgeworth Blog(s) ist da….

26 Apr

Ich starte jetzt meinen eigenen Blog, habe ich mir überlegt. Der Wirtschaftsphilosoph hat sich ja leider aus der Blogger-Szene verabschiedet und seinen Blog eingestellt, sehr zu meinem Bedauern. Da fehlt also etwas.

Und unser Düsseldorfer M-Blog, den Ralf Dewenter aus Ilmenau mitgebracht hatte, wird im Sommer wohl mit ihm an die HSU Hamburg ziehen.

Zeit also, einen eigenen Blog zu starten. Ich habe bisher ja schon ab und zu in verschiedenen Blogs geschrieben, neben dem erwähnten M-Blog bei Carta (da ging es los,  dank Robin Meyer-Lucht), im ÖkonomenBlog der INSM, im Markt-Ruf der Stiftung Marktwirtschaft und gelegentlich auch noch an anderen Stellen. Das soll auch so bleiben, aber Gedanken über die Ökonomie an Hochschulen (wie bis vor Kurzem beim Wirtschaftsphilosophen), Berlin und St. Pauli, Essen und Trinken, etc. passen da ja nicht so richtig rein. Das kann ich jetzt hier machen. Es soll also eine Mischungs aus allem Möglichen sein, von dem ich glaube, dass es interessant sein kann. Wettbewerb, Kartellrecht und die ökonomischen Themen in den Netzwirtschaften werden natürlich ganz oben stehen.

Meine Idee ist es, auch Gastautoren einzuladen, aus dem Umfeld des DICE und meinem sonstigen Umfeld. Über meinen Twitter-Account werde ich regelmäßig auf aktuelle Beiträge hinweisen. Ich hoffe, einen nicht ganz so kurzen Atem zu haben – mal sehen, wie das so ist.

Cheers, Justus Haucap