Globalisierung an der Uni

8 Mai

In dieser Woche hatten wir Berufungsvorträge für eine Juniorprofessur für VWL mit einem mikroökonomischen Schwerpunkt. Von den 38 eingegangenen Bewerbungen (davon 13 Bewerberinnen) haben wir letzten Endes drei Kandidatinnen und zwei Kandidaten zu Berufungsvorträgen eingeladen. Das Spektrum zeigt aus meiner Sicht ziemlich gut, wie international die VWL mittlerweile auch in Deutschland geworden ist. Die fünf Kandidaten und Kandidatinnen können rein äußerlich wie folgt charakterisiert werden (die Vorträge sind zwar hochschulöffentlich und somit nicht geheim, aber ich nenne jetzt mal keine konkreten Namen hier im Blog).

  • eine deutsche Bewerberin, die momentan an einer belgischen Uni forscht,
  • ein griechischer Bewerber, der momentan in Griechenland forscht,
  • eine litauische Bewerberin, die aktuell in Holland forscht,
  • eine polnische Bewerberin, die aktuell in Deutschland forscht, und
  • ein griechischer Bewerber, der aktuell in Deutschland forscht.

Ob es Zufall war oder ein Resultat der schlechten Situation in Griechenland, dass wir von dort zwei so gute Bewerbungen haben, vermag ich anhand einer einzigen Stichprobe kaum zu sagen, finde es aber spannend. Auf jeden Fall besteht unsere Auswahl somit ja aus einer Deutschen, die aber aktuell im Ausland ist, und vier Ausländern, von denen zwei in Deutschland und zwei im Ausland forschen. Für die Wissenschaft ist die Globalisierung so betrachtet ein absoluter Segen. Und unter dem Aspekt des „Diversity Managements“ wäre wohl jeder Personalchef stolz auf unsere Auswahl. Wir sind es auch – aber nicht so sehr wegen der „Diversity“, sondern wegen der hohen Qualität der Bewerberinnen und Bewerber. Die Globalisierung erhöht auch in Academia den Wettbewerbsdruck, und der wirkt auch hier qualitätsfördernd, sogar an staatlichen Universitäten!

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Eine Antwort to “Globalisierung an der Uni”

  1. Simon Mai 12, 2013 um 7:17 pm #

    Wenn man sich die Professuren an meiner Fakultät ansieht, dann ist dort schon eher eine gewisse Globalisierung erkennbar. Schaut man allerdings in die Lebensläufe, dann findet man wirklich nur selten Unis, die nicht in Europa oder Nordamerika beheimatet sind. Ab und zu hat jemand den Bachelor im Heimatland gemacht und ist dann an bekannte Unis der besagten Kontinente gewechselt.

    Im hier beschriebenen Fall würde ich jedoch eher auf eine Europäisierung schliessen.

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